Tomaten anpflanzen, ziehen und ernten

Vorbereiten von Tomaten

Es gibt eine Vielzahl von Tomatensorten beziehungsweise -pflanzen zur Auswahl. Zuerst sollte man sich entscheiden, welche Sorte oder gar Sorten den eigenen Garten bereichern sollen. Hierbei spielen auch die Sorteneigenschaften eine wichtige Rolle. Viele Pflänzchen werden unterschiedlich hoch oder kompakt. Jedoch stellt jede dieser Sorten spezielle Anforderungen. Dem Boden sowie dessen Vorbereitung wird einer der Hauptkomponenten zugesagt.

Checkliste für eine optimale Bodenvorbereitung: 

  1. Der Boden sollte mit genügend Nährstoffen angereichert sein – optimal: ein gut durchlässiger tiefer Boden mit hohen Anteilen an Sand, Schluff und Lehm oder anders ausgedrückt: nährstoffreiche, frische, kalkhaltige und humose Erde
  2. Der Säuregehalt spielt eine wichtige Rolle. Tomatenpflanzen bevorzugen saure Böden mit pH-Werten zwischen 6,2 und 6,8. Überprüft werden kann dieser mit speziellen Testkits, die auch einfach in Baumärkten oder Gartengeschäften erworben werden können. Falls der pH-Wert nicht optimal sein sollte, kann dieser durch gewöhnliche Düngemittel verbessert werden  
  3. Der Standort deines Bodens beziehungsweise Pflanzen spielt eine wichtige Rolle! Eine Faustregel besagt, dass mindestens sechs Stunden täglich direktes Sonnenlicht auf die Fläche fallen sollte. Der Standort sollte somit sonnig und luftig, jedoch ohne zu kalte Zugluft ausfallen. Zudem sollte er vor Regen geschützt sein. Hierfür empfehlen sich Dachvorsprünge oder gar Gewächshäuser 
  4. Pflege deinen Boden! Besonders vor dem Pflanzen spielt eine optimale Bodenbearbeitung eine wichtige Rolle. Hierbei ist ein Umgraben bei trockenen Bodenverhältnissen arbeitserleichternd, denn nasser Boden ist bekanntlich sehr viel schwerer! Die optimale Bodenbearbeitung soll zu einer guten Belüftung des Bodens beitragen
  5. Um deinen Boden noch weiter zu optimieren, kannst du diesen auch mit speziellen Zusätzen bereichern! Doch hierzu zählt nicht Dünger, sondern der Altbekannte Kompost, Torfmoss, Hornspäne oder gar Gülle vom Bauern um die Ecke. Also nutze die Ressourcen, die du in deiner Umgebung hast, deine Pflänzchen werden es dir danken! 

Einpflanzen von Tomaten

Besonders zu beachten ist der Einpflanzungszeitpunkt! Die eigenhändig gezogenen oder auch gekauften Stecklinge vertragen das in diesen Breitengraden vorherrschende Klima erst ab Mitte Mai. Denn: die Eisheiligen bringen häufig nochmal Bodenfröste mit sich und dies ist tödlich für deine Jungpflanzen.  

Wichtig ist, dass ein Bereich mit einer tiefen Erdschicht gewählt wird. Die Tomatenpflanzen sollten bis zu den ersten Blättern hin tief in die vorbereitete Erde eingepflanzt und angedrückt werden. Hierbei sollte beachtet werden, dass die Pflanzlöcher in etwa das doppelte Volumen des Wurzelballens aufweisen sollten. Der Aushub kann daraufhin mit Kompost oder ähnlichen Materialien angereichert werden. Neben jeder Tomatenpflanze sollte eine Rankhilfe bis ins Erdreich angebracht werden und die ersten Ranken angebunden. 

Zudem sollte zwischen den einzelnen Tomatenpflänzchen genügend Abstand gelassen werden! Mindestens 60 cm bis zu 80 cm sind hierbei die Faustregel. Bei einer „größeren“ Anbaufläche empfiehlt sich eine Anpflanzung in sogenannten Reihen. Aber auch bei kleineren Flächen empfiehlt sich eine solche Anbauweise, um einen kleinen, überschaubaren Tomatengarten zu erhalten. Zwischen diesen sogenannten Reihen sollten auch bis zu 60 cm Platz gelassen werden. Dieser jeweilige Abstand soll die Pflanzen unterstützen, da der Boden vor Überhitzung geschützt wird. 

Tomatenpflanzen können auch gesät werden. Hierbei gelten die gleichen Faustregeln von Abständen 60 zu 60 cm. In jedes Loch sollten zwei Körner eingebracht werden, um daraufhin wenn die Pflänzchen eine ungefähre Größe von zehn Zentimetern erreicht haben, den schwächeren Keimling entfernen zu können. 

Doch VORSICHT! Setzlinge oder Sämlinge reagieren empfindlich auf neue Bedingungen! Vermeide zu frühes Düngen oder gar Umsetzen, denn dies kann sogar zum Tod deiner mühsam herangezogenen Pflänzchen führen. Andere Auswirkungen sind schlechtes Wachstum oder gar eine geringausfallende Ernte. Falls du trotzdem düngen möchtest, verwende am besten ein Granulat. Viele empfehlen hierbei Hühnermistgranulat. Verzichte jedoch unbedingt auf Bodenbearbeitung, um deinen Pflanzen nicht zu viel zu zu Muten. 

Falls du Zwergpflanzen verwenden möchtest, ist auch hier ein Mindestabstand zu berücksichtigen. Zwar nicht ganz so extrem wie bei den großen Vertretern, jedoch trotzdem bei Werten um die 12 Zentimeter anzusiedeln. Auch diese sollten in Reihen angepflanzt werden. Abgesteckte Pflanzen hingegen sollten 30 bis 60 Zentimeter voneinander entfernt sein. 

Düngen von Tomaten

Nicht nur der Boden und das richtige Einpflanzen spielen eine große Rolle, sondern auch die optimale Düngung! Hierfür eignet sich handelsüblicher Dünger. Vor Allem Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sollten in ausreichender Menge vorhanden sein. Den Dünger jedoch dann nicht pur auf oder neben die Pflänzchen geben! Sondern immer in Wassergelöster-Form, da sich sonst die Nährstoffe nicht optimal lösen und den Pflanzen kaum einen Nutzen bringen. 

Um deine kleinen Setzlinge zu schonen, solltest du jedoch erstmal auf ein Düngergranulat zurückgreifen. Nach dem Einpflanzen kannst du zusätzlich einfach um die Pflänzchen herum mulchen, um die Feuchtigkeit im Boden zu erhalten und ein Austrocken zu vermeiden. 

Wässern von Tomaten

Tomatenpflanzen benötigen ein gutes Bewässerungsmanagement. Hierbei sollte meindestens einmal wöchentlich in den frühen Morgenstunden gewässert werden. Eine Bewässerung in den Abendstunden sollte unbedingt vermieden werden! Denn die Feuchtigkeit über Nacht kann deinen Pflänzchen schaden. Viele Insekten freuen sich dann über die feuchten Bedingungen und nisten sich ein, oder gar Fäulnisbakterien oder Krankheiten, die sich in feuchtem Milieu pudelwohl fühlen. Jedoch sollte auch nicht die Mittagszeit genutzt werden, da hier der Sonnenstand am höchsten ist. Die Sonneneinstrahlung wird durch Verdunstung deinen Pflanzen schneller das Wasser entziehen, als sie es aufnehmen können! 

In heißen Sommermonaten sollte jedoch häufiger und gründlicher bewässert werden. Besonders Tomatenpflanzen in Behältnissen müssen unter Umständen mehrmals oder gar mehrmals täglich bewässert werden. 

Stutzen/Pflege von Tomaten

Deine Tomaten sollten genauso wie andere Pflanzen regelmäßig zurückgeschnitten werden. Doch weshalb? Der Grund hierfür ist, dass sie sonst ihre gesamte Energie ins Höhenwachstum stecken würden, jedoch nicht in den gewünschten Ertrag. Deshalb solltest du sie „stoppen“, wenn die gewünschte Höhe erreicht wurde. Mit der Kleinhaltung deiner Pflanzen kannst du erstens schneller ernten und zweitens mehr! Das Zurückschneiden gestaltet sich hierbei sehr einfach. Halte einfach drei Blätter hoch und schneide das mittlere Blatt ab. 

Ernten von Tomaten

Der Erntezeitpunkt richtet sich immer nach der Sorte! Hierfür kann kein pauschaler Zeitpunkt genannt werden. Einige Sorten tragen bereits im Juli reife Früchte, andere hingegen erst in den späteren Sommer- oder gar Herbstmonaten. 

Reife Tomaten sind fest und voll gefärbt. Hierbei spielt natürlich die Farbe der jeweiligen Sorte eine wichtige Rolle. Rote Tomaten sind hierbei am leichtesten zu erkennen. Diese sollten voll durchgefärbt sein. Bei dunklen, gelben, grünen oder orangefarbenen Vertretern sollten erntereife Früchte auf Druck auf die Schale leicht nachgeben. 

Geerntet werden sollte immer vom Stamm an beginnend. Grund hierfür ist, dass an diesen Stellen meist die ersten reifen Früchte zu verzeichnen sind. Der grüne Fruchtansatz verfügt häufig schon über sogenannte Sollbruchstellen. An diesen können die reifen Früchte leicht abgeknickt oder abgezupft werden. Keinesfalls sollte ein Schneidwerkzeug benutzt werden! 

Zunächst sollte jedoch genauso wie beim Wässern, der optimale Tageszeitpunkt berücksichtigt werden. Dieser liegt ebenfalls in den Morgenstunden, da zu diesem Zeitpunkt die Früchte noch fester sind und somit eine längere Haltbarkeit besitzen. Falls jedoch eine weichere, aromatischere Frucht bevorzugt wird, sollte in die Nachmittagsstunden ausgewichen werden. 

 Sie werden wissen, wann Ihre Tomaten fertig sind, wenn sie fest und voll gefärbt sind. Bei heißem Sommerwetter pflücken Sie Ihre Tomaten jeden Tag oder jeden zweiten Tag. Selbst nachdem sie gepflückt sind, reifen sie in den nächsten Wochen langsam weiter.

Pflanzung im Kübel von Tomaten

Hierfür gelten ähnliche Regeln und Bedingungen wie für das Einpflanzen und Halten von Tomaten im Gemüsebeet. Wichtig ist, dass für die jeweilige Tomatensorte der richtige Kübeldurchmesser berücksichtig werden sollte. Die benötigte Erde kann in Form von handelsüblicher Gemüseerde as dem Handel bezogen werden. Diese kann genauso wie im Gemüsebeet zur Optimierung mit natürlichen Düngern, Kompost oder Hornspänen angereichert werden. Wichtig ist beim einsetzen der Tomatenpflänzchen, dass diese sofort angegossen werden. Auch hier sollten Rankhilfen mit angebracht werden. 

Wiederverwendung von Pflanzkübeln oder Rankhilfen 

Wichtig ist, dass wenn Material wiederverwendet werden soll, dieses penibel desinfiziert wird! Sonst können sich Keime und Erreger spielerisch vermehren. Handelsübliche Desinfektionsmittel oder Spiritus sind hierfür ausreichend. Hierdurch können Krankheitserreger oder auch Insektenrückstände einfach entfernt werden. 

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